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Solvency II

Solvency II

Versicherer befürchten überzogene Eigenkapitalanforderungen

Mit Solvency II, IAS/IFRS und dem neuen Aufsichtsrecht wird ein tiefgreifender Veränderungsprozess in der Versicherungswirtschaft eingeleitet. Die Thematik der risiko- und wertorientierten Unternehmenssteuerung wird in der Versicherungsbranche das zentrale Thema dieses Jahrzehnts sein.

Die Experten sind sich einig, dass die Vorbereitungen auf die neuen Anforderungen nicht auf die lange Bank geschoben werden dürfen. Zudem zwingt die hohe Wettbewerbsintensität auf den Versicherungs- und Finanzmärkten die Versicherungsunternehmen, ihre interne Ansätze zur Kapitallokation und Messung der Wertschöpfung zu überdenken und sich mit neuen Risikomanagement-Instrumenten, Finanzierungsstrategien und Kapitalanlagekonzepten auseinander zu setzen.

Der Kampf um das Kapital auf den Finanzmärkten ist jetzt schon voll entbrannt und wird sich noch weiterhin verstärken. Durch die neuartige Risikoorientierung der Kapitalanforderungen wächst der Konsolidierungsdruck noch weiter. Die Risikomanangementsysteme und Steuerungsinstrumente stehen auf dem Prüfstand. Die Kapitalanlagepolitik und Finanzierungsstrategien müssen überdacht und ggf. neu ausgerichtet werden. Die Optimierung von Wertschöpfung, Risiko und Kapital wird von Versicherern zum obersten Ziel erklärt.

Effizientes Risikomanagement hat angesichts der Solvency II-Anforderungen einen ganz neuen Stellenwert in der Unternehmenssteuerung bekommen und wird zukünftig zu einem erfolgsentscheidenden Wettbewerbsfaktor am Markt. Die Versicherer arbeiten deshalb jetzt schon intensiv an neuen Ansätzen zur risiko- und wertorientierten Unternehmenssteuerung und Asset Allocation. Auswirkungen auf die Bilanzierung, die Produktlandschaft der Versicherer, Tarifierung und Zeichnungspolitik sowie den Vertrieb sind weitere Themen, mit denen sich die Branche auseinander setzen muss. In dieser Umbruchsphase, in der CEIOPS die 'Calls for advice' bearbeitet die EU-Kommission, die GDV und BAFin die Details der Solvabilitätsvorschriften formulieren, rüstet sich die Assekuranz auf die neuen Anforderungen.

Neue Rechenmodelle zur Kapitalausstattung

Die international geplante Neuregelung der Finanzausstattung und Aufsicht über Versicherungsunternehmen (Solvency II) wird nach Ansicht von Versicherungsvorständen zu einer Konzentration in der Branche führen.

„Die Branche ist sich einig, dass nicht mehr jeder alles gleich gut machen kann“, so das Fazit eines Teilnehmers einer IBM-Fachtagung für Versicherungsvorstände. „Solvency II nimmt diese Entwicklung vorweg“, sagte Wolfram Wrabetz, Chef der Helvetia Deutschland und Mitglied der Geschäftsleitung der Schweizer Helvetia-Patria-Gruppe. „Das wird Marktveränderungen zur Folge haben, auch wenn die Aufsicht diese nicht anstrebt – es wird nicht zu verhindern sein.“

Derzeit laufen in vielen Versicherungsunternehmen Solvency-II-Projekte – beispielsweise im Kölner Gerling-Konzern –, um mit Hilfe der IT die nötige Datenbasis zur Berechnung der künftig erforderlichen Sicherheitsmittel zu schaffen. Dabei sind die IT-Abteilungen herausgefordert, sowohl die Datenerfassung als auch deren -auswertung umzustellen. Die Projekte gelten als noch komplexer als die für die Jahrtausend- und Euro-Umstellung, die die Branche zu bewältigen hatte.

Erste Versuche haben nach Angaben der Fachleute ergeben, dass die nötigen Daten zum Teil gar nicht verfügbar sind. Das mag damit zusammenhängen, dass Versicherungsprodukte sehr unterschiedlich ausgestaltet und nicht so ohne weiteres mit anderen vergleichbar sind. Im Gegensatz zu Banken könnten Versicherer mangels Standardisierung daher nicht auf externe Datenquellen zurückgreifen, heißt es. Gleichzeitig erfordert die Natur des Geschäfts eine besonders lang laufende Datenerhebung, etwa über die Entwicklung der Schäden. Die Anforderungen an die Kreditwirtschaft unter Basel II könnten von daher nicht einfach eins zu eins auf die Assekuranz übertragen werden. „Den Besonderheiten muss Rechnung getragen werden“, fordert Wrabetz.

„Unsere Informationen waren stark kundenorientiert“, so Markus Rohrbasser, im Gerling-Vorstand für Solvency II zuständig, „die müssen wir jetzt risikoorientiert bündeln.“ Zur Vereinfachung werden die Geschäftsvorfälle zusammengefasst. Rohrbasser hat seine Gesellschaft in etwa 60 bis 100 Modellpunkte zerlegt. Bei diesem Prozess, so erklärt er, sei die enge Verknüpfung von IT- und Geschäftsstrategie wichtig.

Die Banken hätten entsprechende Projekte zwar schon vor Jahren angestoßen, weiß Rohrbasser auf Grund seiner Erfahrungen, die er im Finanzsektor gesammelt hat. Doch Basel II ist auch schon weiter fortgeschritten als Solvency II, dessen Regeln sich erst grob abzeichnen. Wie die detaillierte Kapitalunterlegung auszusehen hat, bleibt abzuwarten. Gleichwohl: „Es wird zu einer Umschichtung von Kapital kommen“, prophezeit Rohrbasser.