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Vorsprung durch IT

Die Versicherungsbranche steht vor hohen Zukunftsinvestitionen

Die Kunden verlangen flexiblere Produkte, die Verbraucherschützer mehr Transparenz. Das stellt neue Herausforderungen an die Datenverarbeitung

 
In die Diskussion innerhalb der Versicherungswirtschaft über die Auslagerung von Tätigkeiten an externe Dienstleister kommt Bewegung. Für die Autoversicherer eine Plattform zur Schadenregulierung bauen, die zwischen Werkstätten und Versicherern mehr als nur die Kommunikation erleichtert: „Wir wollen damit echten Mehrwert bieten“. Die Fertigungstiefe bei der Autoindustrie liegt bei ca. 20 %.


Erst vor wenigen Wochen hat die im Axa-Konzern angekündigte Verlagerung einfacher Verwaltungstätigkeiten von Deutschland nach Indien und Lettland für Wirbel gesorgt. Im Gegensatz zu anderen Branchen, wie der Automobilindustrie, wird in der Assekuranz noch wenig Arbeit von Zulieferern erledigt. Bisher gliedern Versicherer höchstens Call-Center, Rechenzentren oder IT-Leistungen aus.


„Während solche Dinge sich bereits etabliert haben, erwarten wir künftig eine stärkere Verlagerung von echten Kernfunktionen wie etwa das Schadenmanagement in Offshore-Plätze“, sagt Anders Maehre, Analyst von Datamonitor London. Der Kostendruck fördert solche Überlegungen. „Viele unserer Kunden sind bereits in Richtung Industrialisierung unterwegs, an deren Ende eine höhere Arbeitsteilung zur Optimierung der Effizienz steht“.

 
Gerade die Autoversicherung gilt als Schlüsselsparte in der Kundengewinnung und ist von daher heftig umkämpft. Der größte Kostenblock der Autoversicherer sind die Unfallschäden. Deshalb versucht die Branche seit Jahren, Einsparpotenziale im Schadenmanagement zu heben. Ein erster Schritt ist das Schadennetzwerk des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), das den Datentransfer zwischen Werkstatt und Versicherer automatisiert. Die Idee dabei: Je schneller die Regulierung verläuft, desto günstiger wird es für alle Beteiligten. Nach anfänglicher Zurückhaltung arbeiten schon eine Reihe von Gesellschaften damit.


Verschiedene grosse Autoversicherer sind bereits mit dem GDV, den großen Assisteuren sowie einigen Werkstätten im Gespräch. Der Zusatznutzen der neuen Plattform soll beispielsweise in einer Plausibilitätskontrolle von Reparatur- oder Gutachterrechnungen liegen. „Mitte nächsten Jahres soll eine Plattform stehen“.


Ein Sprecher der Huk-Coburg bestätigt Gespräche. „Wir werden uns das ansehen und prüfen, ob für uns was dabei ist.“ Die Huk zählt nicht nur zu den größten Autoversicherern in Deutschland, sondern auch zu den ersten Nutzern des GDV-Schadennetzes. Darauf aufbauend betreibt sie ein eigenes Modell: „Unser Schadenservice-Plus hat mittlerweile 1 200 Partner-Werkstätten“, so der Sprecher. Er hat durchweg gute Erfahrungen damit gesammelt. So sei die Bearbeitung schneller und günstiger geworden. „Das kommt allen Kunden zugute.“ Im Gegenzug steigern die Coburger die Auslastung in den angeschlossenen Werkstätten, da sie nach eigenen Angaben der größte Nachfrager nach Reparaturleistungen sind.


Auch die öffentlichen Versicherer sind dabei. „Wir haben in unserer Region 200 Werkstätten unter Vertrag“, bestätigt der Kfz-Vorstand Peter Slawik von der Provinzial Rheinland, der bereits mit externen Dienstleistern zusammenarbeitet. Die Firmen Audatex und Control-Expert sind beispielsweise auf die Prüfung von Gutachter- oder Reparaturrechnungen spezialisiert. „Ein zusätzliches Angebot in dieser Richtung wird es schwer haben“, meint Slawik. Sinnvoll seien allerdings Standardisierungen. Das meint auch der Huk-Sprecher: „Man sollte sich an den GDV-Standard halten, das wäre für die Akzeptanz wichtig.“


Zusammen mit Volkswagen hat der GDV in diesem Zusammenhang gerade ein Pilotprojekt zur Standardisierung von Rechnungen gestartet. Die Automobilindustrie beobachtet die wachsende „Werkstattnähe“ der Versicherer jedoch mit gemischten Gefühlen. Zwar werden laut einer Untersuchung von Mummert Consulting, FAZ-Institut und dem Meinungsforscher Forsa rund 80 Prozent der Aufträge für Karosseriereparaturen von den Versicherern bezahlt. Aber sie setzten die Werkstätten auch zunehmend unter Preisdruck.