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Risiko-Management

Eine kalkulierbare Grösse

Das Risiko-Management stellt eine der zentralen Aufgaben einer Lebensversicherung dar, um langfristige Verpflichtungen gegenüber den Kunden mit grösstmöglicher Sicherheit zu erfüllen.

Risikomanagement - Eine Aufgabe für sämtliche Unternehmensbereiche

Die Optimierung des Risikomanagements zählt zu den zentralen Herausforderungen für die Versicherungswirtschaft. Ausschlaggebend hierfür sind zum einen die aktuellen Anforderungen des Gesetzgebers, der BaFIN und Solvency II, sowie die zunehmende Dynamik und Diskontinuität der Versicherungs- und Kapitalmärkte.

Eine professionelle Steuerung der Risikokosten ermöglicht erhebliche Kosteneinsparungen und eine Konzentration auf die unternehmerischen Kernrisiken. Der Aufbau eines Risikomanagements ist jedoch auch aus strategischer Sicht von Bedeutung. Eine Optimierung des Eigenkapitalbedarfs bei den operativen Risiken schafft für den Versicherer die Möglichkeit, mehr Risiken in strategischen Feldern - Ausweitung der Märkte, neue Produkte und Services - einzugehen und somit eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen. Eine offene Risikokommunikation ist Ausdruck einer ausgeprägten Risikokultur im Unternehmen und Voraussetzung für ein funktionsfähiges Risikomanagementsystem. Verantwortlich für den Umgang mit den Risiken sind die jeweiligen Unternehmensbereiche, die für die Informationsweitergabe an die festgelegten Berichtsempfänger zu sorgen haben.


Bei Lebensversicherungen werden die verschiedenen Risikokategorien im Rahmen der Risikopolitik gemessen und kontrolliert, so dass die Risikostruktur der Risikofähigkeit des Unternehmens entspricht. Der Anlage- und Risikoausschuss des Verwaltungsrats bestimmt dafür innerhalb der gegebenen Risikofähigkeit die Risikoneigung von dem Lebensversicherungsunternehmen. Hieraus werden Limiten für die einzelnen Risikokategorien der einzelnen Gruppengesellschaften abgeleitet. Es ist Aufgabe der Risiko-Management-Einheiten in den einzelnen Gesellschaften, die dauernde Einhaltung dieser Limiten sicherzustellen. Die aktuelle Ausschöpfung der Limiten wird durch ein zentrales Risiko-Management-System berechnet, das auch den einzelnen Gesellschaften zur Verfügung steht.

Die gesamte Risikosituation der einzelnen Gesellschaften sowie einer gesamten Versicherungs-Gruppe wird periodisch an den Anlage- und Risikoausschuss des Verwaltungsrats rapportiert. Dieser beurteilt die Situation und bestimmt geeignete Massnahmen, zum Beispiel neue Limiten, falls sich die Risikofähigkeit gegenüber der ursprünglichen Situation wesentlich verändert hat. Der Ausschuss stellt zudem sicher, dass die Risiko-Management-Prozesse den Anforderungen entsprechen.

Neben der Einbindung in den gruppenweiten Risiko-Management-Prozess stellen die lokalen Risiko-Management-Einheiten die Einhaltung ihrer landesspezifischen regulatorischen sowie gesetzlichen Anforderungen sicher. Zudem unterstützen sie das lokale Management in allen Fragen des Risiko-Managements.

Die Prinzipien und Messmethoden werden im Risiko-Management der Gruppe in Zusammenarbeit mit den lokalen Einheiten entwickelt und vom Anlage- und Risikoausschuss des Verwaltungsrats verabschiedet.

Marktrisiken Die Marktrisiken zählen zu den grössten quantifizierbaren Risiken einer Lebensversicherung. Marktrisiken auf der Aktivseite der Bilanz umfassen das Risiko von Wertveränderungen bei Wertschriften, wie Aktien und Obligationen, oder Liegenschaften sowie das Risiko von Wechselkursschwankungen bei Fremdwährungen. Die hohen Volatilitäten der Finanzmärkte in den vergangenen Jahren zeigen deutlich die Notwendigkeit, diese Marktrisiken aktiv zu steuern.

Auf der Passivseite der Bilanz entstehen bei einem Lebensversicherer Marktrisiken, insbesondere Zinsrisiken, durch langfristige Versicherungsverträge mit Zinsgarantien. Da sich der Kunde oftmals langfristig bindet, erwartet er, zusätzlich zu den Garantien von einem möglichenAufwärtstrend der Finanzmärkte in Form von Überschüssen zu profitieren. Optionen in den Versicherungsverträgen geben dem Kunden schliesslich die für langfristige Verträge notwendige Flexibilität. Die drei Elemente Garantien, Überschüsse und Optionen bestimmen im Wesentlichen das finanzielle Risiko von klassischen Lebensversicherungsverträgen.

Durch den Kauf entsprechender Zinsinstrumente, insbesondere von Obligationen, lassen sich diese Zinsrisiken reduzieren. Wechselkursrisiken entstehen bei Versicherungen vor allem durch die Fremdwährungsanlagen. Diese Risiken werden durch Währungsabsicherungen gesteuert. Zusätzlich reduzieren sich die Marktrisiken bei Lebensversicherungen durch einen hohen Diversifikationsgrad bei der Strukturierung des Anlageportfolios sowie den Einzelanlagen. Angaben zum konzernweiten Asset and Liability Management, das die Abstimmung von Forderungen und Verbindlichkeiten umfasst.



Kreditrisiko Das Kreditrisiko betrifft das mögliche Ereignis, dass ein Schuldner seiner Leistungsverpflichtung nicht mehr nachkommen kann. Die Kreditrisiken werden in den einzelnen Gesellschaften überwacht. Diese folgen äusserst strengen gruppenweiten Richtlinien über die Mindestqualität von Schuldnern und die Diversifikation der Kreditrisiken über alle Bereiche, in denen die Lebensversicherung Kreditrisiken trägt, insbesondere im Anlage- und Rückversicherungsbereich. Um übermässige Klumpenrisiken über die gesamte Gruppe zu vermeiden, werden gleichzeitig auf Gruppenstufe die Kreditrisiken regelmässig zusammengefasst und nötigenfalls auf Weisung der Gruppe in den einzelnen Einheiten reduziert. Dieser rigide Kreditrisiko-Management-Prozess führt insgesamt zu einem breit diversifizierten Kreditportfolio mit einem geringen Risiko.

Liquiditätsrisiko Die Bewirtschaftung des Liquiditätsrisikos hat zum Ziel, dass jederzeit ausreichend liquide Mittel für fällige Zahlungen zur Verfügung stehen. Dafür werden bei Swiss Life die erwarteten Zahlungsströme sowohl auf der Aktiv- als auch auf der Passivseite der Bilanz laufend prognostiziert. Gleichzeitig wird das Anlageportfolio derart strukturiert, dass auf der Anlageseite die notwendige Flexibilität sichergestellt ist, um auf Veränderungen in den Kapitalmärkten und in den Versicherungsbeständen zu reagieren.

Versicherungstechnische Risiken Im Lebensversicherungsgeschäft werden die versicherungstechnischen Risikotypen Langlebigkeit, Tod und Invalidität unterschieden. Eine Lebensversicherung überprüft und analysiert die Sterblichkeiten, Storno- und Reaktivierungsverhalten ihrer Kundenbestände auf jährlicher Basis. Zur Kontrolle des Invaliditätsrisikos und zur Stabilisierung des Risikoergebnisses werden neben den Bestandesanalysen für das Invaliditätsrisiko auch Einzelauswertungen zur besseren Beurteilung der Risikostruktur verwendet. Die so gewonnene Information fliesst zum einen in die adäquate Preisfestsetzung (Tarifierung) ein, zum anderen wird sie für die Bildung angemessener Reserven zur jederzeitigen Erfüllung der zukünftigen Versicherungsverpflichtungen verwendet. Gleichzeitig bildet sie auch die Grundlage für die Bestimmung des Risikokapitals, das zum Ausgleich von unerwarteten Abweichungen des ökonomischen Deckungskapitals benötigt wird.

Operationelle Risiken Die operationellen Risiken umfassen Prozessrisiken, personenbezogene Risiken, Technologie- sowie Betriebsrisiken aufgrund von Veränderungen im ökonomischen, steuerlichen oder gesetzlichen Umfeld. Um solchen Risiken vorzubeugen, wird konzernweit periodisch eine Prüfung nach einheitlichen Kriterien durchgeführt. Dabei wird in den lokalen Einheiten bestimmt, mit welcher Wahrscheinlichkeit diese Risiken zu materiellen Verlusten führen können. Der konsolidierte Bericht zeigt frühzeitig den eventuellen Handlungsbedarf auf, und die eingeleiteten Massnahmen werden in der Folge auf ihre Wirkung hin überprüft.

Laufende Verbesserungen Das gruppenweite periodische Reporting aller genannten Risiken wurde 2004 weiter verfeinert und verbessert. Die Aggregierung der verschiedenen Risiken erlaubt die Bestimmung des möglichen Gesamtverlustpotenzials, das der Risikofähigkeit gegenübergestellt wird. Dies bildet die Grundlage für eine Risikobeurteilung nach einheitlichen Kriterien. Diese Information fliesst in das Risikobudget ein, das mit dem Solvency Test in weiten Teilen kompatibel ist. Es dient als Grundlage für die strategische Asset Allocation (SAA) im Rahmen des Asset-and-Liability-Management-Prozesses. Swiss Life nahm im Sommer 2004 am ersten Probelauf des Swiss Solvency Test teil. Der Probelauf gab Swiss Life die Möglichkeit, das Anfang 2003 eingeführte interne Risikomodell zu überprüfen und sich auf die neuen Solvenzvorschriften vorzubereiten. Die Ermittlung der risikobasierten Solvenz wird voraussichtlich 2006 mit der Einführung des neuen Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) wirksam.