Über UnsGeschäftsfelderProdukteVeranstaltungenJobs & KarrierePublikationenKontakt
    
    
SEPA
Solvency II
Risk-Management
neue Geschäftsmodelle - neue Welt
IT Asset Management
Standardisierung
IT-Controlling
Stornoprophylaxe
SOA
ITIL
Risikomanagement
life cycle
Silbermarkt
Marke
bpm business process management
customer life cycle
claims management
business intelligence
Datawarehouse
Datamining
    
    
    
    

Standardisierung

Weniger ist mehr

IT-Standardisierung senkt Kosten im gesamten Unternehmen

Firmen, die ihre IT-Landschaft konsequent vereinfachen, sparen nicht nur bei der IT. Einer Benchmark-Studie zufolge, sinken in der Folge auch die Kosten für Back-Office-Bereiche wie Personalverwaltung (Human Resources) oder Finanzen spürbar. Allerdings müssen CIOs ihre Standardisierungsbemühungen häufig gegen die Fachabteilungen verteidigen, die nach wie vor Sonderwünsche an die IT umgesetzt sehen wollen.

Die Untersuchung zeigt eine eindeutige Korrelation: Unternehmen, die konsequent auf Standardisierung und Vereinfachung ihrer IT setzen, sparen Geld. Die Effekte sind zum einen direkt bei der IT messbar: Firmen, die ihre IT am stärksten konsolidiert haben, realisieren um rund 18 Prozent niedrigere IT-Budgets und kommen hier mit 36 Prozent weniger Personal aus. Außerdem können sie IT-Projekte zu 25 Prozent öfter termingerecht und günstiger als geplant abschließen.

Zum anderen sind auch die Kosten für Back-Office-Bereiche in Unternehmen mit geringerer IT-Komplexität deutlich niedriger als bei Firmen, die in dieser Richtung kaum Anstrengungen unternehmen: Die Ausgaben für die Finanzabteilung liegen ein Drittel unter dem Durchschnitt, jene für die Personalverwaltung (Human Resources) immerhin 18 Prozent. Firmen, die im Bereich Finanzen mit weniger als zehn Anwendungen auskommen, können pro Umsatzmilliarde drei Millionen US-Dollar für den Finanzenbereich sparen. Für die Personalverwaltung ergibt sich eine Einsparung von 3,6 Millionen Dollar pro 10.000 Angestellte im Vergleich zu Firmen, die hier mit mehr als zehn Anwendungen arbeiten.

Sowohl die Kosten im Human Resources als auch im Bereich Finanzen sinken durch IT-Konsolidierung deutlich.
Sowohl die Kosten im Human Resources als auch im Bereich Finanzen sinken durch IT-Konsolidierung deutlich.

Die Spitzenfirmen, sie haben die Reduzierung der IT-Komplexität am stärksten voran getrieben, beschränken sich bei der Standardisierung nicht nur auf einen Bereich: Im Vergleich zum Durchschnittsunternehmen arbeiten sie mit 67 Prozent weniger Datenbanken und Software-Anbietern, sowie 43 Prozent weniger Hardware-Anbietern. Sie setzen häufiger auf Datenstandards und haben die Zahl der verwendeten Programmiersprachen im Vergleich zum Durchschnitt um 80 Prozent pro 1.000 Tausend Nutzer gesenkt.

Um diese Ziele zu erreichen, haben diese Betriebe den Prozess der Anwendungsentwicklung neu definiert. Bisher untersuchen viele Firmen erst, welche individuellen – und meist einzigartigen - Anforderungen der Geschäftsprozesse erfüllt werden müssen. Nach dieser Maßgabe werden dann Anwendungen selbst entwickelt beziehungsweise zugekaufte Lösungen auf den Prozess hin maßgeschneidert.

Anwendungsentwicklung keine Einbahnstrasse

Spitzenfirmen dagegen betrachten die Anwendungsentwicklung nicht mehr als Einbahnstrasse. Sie suchen stattdessen nach einer Lösung, die die Geschäftsprozesse möglichst gut abbildet, überbrücken den "letzten Meter" aber dann durch eine Neujustierung der Prozesse, um Deckungsgleichheit zu erlangen. Eigenentwicklungen oder eine Individualisierung der Software nehmen die Firmen nur noch in Angriff, wenn dieser Schritt durch einen soliden Business Case gerechtfertigt ist.

Die Berater räumen allerdings ein, dass Standardisierungsbestrebungen der CIOs nicht nur auf Gegenliebe stoßen. "Das ist ein hartes Geschäft". Die CIOs müssen sich permanent mit Führungskräften aus den Fachabteilungen auseinander setzen, die überzeugt sind, dass ihre Geschäftseinheit ganz spezifische und einzigartige Anforderungen hat. Sie widersetzen sich den Standardsisierungsbemühungen, weil sie fürchten, ihren Wettbewerbsvorteil zu verlieren. CIOs müssten deshalb zum einen den Mehrwert von Standardisierung und Vereinfachung im Unternehmen kommunizieren. Zum anderen müssen sie aber auch auf Fälle vorbereitet sein, in denen durch einen validen Business Case die Notwendigkeit einer IT-Individualisierung belegt ist.

ERP-Upgrade um 50 Prozent günstiger

In der Studie stellt man auch den Fall eines europaweit agierenden Versicherers vor. Im Zuge der Jahr 2004-Umstellung hatte das Unternehmen seine gesamte ERP-Landschaft konsequent auf die Bedürfnisse der einzelnen Geschäftsprozesse hin ausgerichtet. Der Grad an IT-Lösungen wurde durch Standardsoftware und ASP abgedeckt. Die Kosten wurden auf 24 Prozent reduziert. In der Folge stagnierten die Ausgaben für den laufenden IT-Betrieb bei zunehmendem Geschäft.

IT-Standardisierung senkt Kosten im gesamten Unternehmen

Im Rahmen eines ERP-Updates versuchte die Firma nun weiter zu wachsen. Die gesamte IT-Landschaft wurde einer Überprüfung unterzogen. Berücksichtigt wurden dabei sowohl die Kosten für die Individualisierung einer Anwendung, als auch für die Neu-Justierung von Geschäftsprozessen. Jede Geschäftseinheit muss vor Projektbeginn belegen, ob sich die Individualisierung einer ERP-Anwendung rechnet oder ob umgekehrt nicht Prozesse neu ausgerichtet werden sollten. Am Ende des Projekts war der Anteil individualisierter Anwendungen auf drei Prozent gesunken, das ERP-Upgrade konnte zu 50 Prozent geringeren Kosten als geplant realisiert werden.